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Mission: Claypossible

Gebrochene Erde

Shaping with Earth, Water & Fire

In Los Angeles, USA, entdeckte ich meine Leidenschaft Matsch zu formen, ihm Gestalt zu geben und zu erleben, wie aus einfachem Lehm Tassen, Vasen oder Schalen entstehen. Es geht nicht um Perfektion, Status oder Trends. Jeder bringt beim Töpfern seine eigene Geschichte mit und trotzdem verbindet die Freude am gemeinsamen Werkeln.

 

Töpfern lehrte mich Geduld und Loslassen. Ich erinnere mich, wie ich völlig verzweifelt an der Töpferscheibe saß, einen Klumpen Ton vor mir, der sich einfach nicht bändigen oder zentrieren ließ. Da sagte mir jemand: „Spüre den Ton und lass ihn zu dir sprechen.“ Ich schmunzelte, ein esoterischer Rat war das Letzte, was ich in diesem Moment brauchte. Doch schnell merkte ich, dass etwas Wahres daran ist. Und es hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern mit klassischer Physik. Die Drehscheibe erzeugt Drehmoment, der rotierende Ton will sich durch die Zentrifugalkraft strecken. Drückt man zu fest, geraten die Kräfte in Konflikt, und der Ton widersetzt sich. Sanft geführt, mit Rhythmus und Wasser, fließt er fast von selbst, man muss ihn nur „lesen“ und mit ihm arbeiten. Genau das habe ich lernen dürfen und lerne es noch immer.

Was mich fasziniert, ist, aus Erde, Wasser und Hitze etwas zu erschaffen, das Generationen überdauern kann. Pigmente aus Metallen wie Kupfer oder Eisen verwandeln jeden Brand in ein lebendiges Farbenspiel.

Meine Mission: individuelle Stücke, die zu Menschen passen – handgefertigt, ehrlich, mit Charakter. Kein Massentrend, kein Perfektionismus, sondern Objekte, die Freude machen und Geschichten erzählen. Wenn ein Stück ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist mein Ziel erreicht.

Clay
   Flow

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Vorbereitung und Kneten des Tons
Roher Ton enthält Wasser, Luftblasen und Mineralpartikel. Beim Kneten (Wedging) werden diese homogenisiert, Lufteinschlüsse entfernt und die Tonmasse geschmeidig gemacht. Physikalisch verbessert das die Kohäsion der Partikel und verhindert, dass das Gefäß später beim Drehen oder Brennen reißt.

Drehen auf der Töpferscheibe
Die Drehscheibe erzeugt Drehmoment und Zentrifugalkraft. Der Ton will sich entlang der Rotationsachse strecken. Durch gezielte Druckausübung mit den Händen wird der Ton geformt. Zu starker oder ungleichmäßiger Druck bringt die Kräfte ins Ungleichgewicht: Der Ton wölbt sich, kippt oder reißt. Sanft geführt, mit Rhythmus und Wasser, fließt der Ton plastisch und erlaubt die gewünschte Form.

Trocknung und Schrumpfung
Nach dem Formen trocknet der Ton langsam. Wasser verdunstet, die Tonpartikel rücken dichter zusammen. Das Material schrumpft etwa 5–15 % und wird härter. Ungleichmäßige Trocknung kann Spannungen erzeugen, die Risse verursachen. Physikalisch geht es hier um Volumenänderung durch Wasserverlust und die damit verbundenen mechanischen Spannungen.

Brennen und Glasieren
Im Brennofen werden die Tonpartikel durch hohe Temperaturen (800–1300 °C, abhängig vom Ton) sintert. Die Partikel verbinden sich dauerhaft, das Gefäß wird hart und wasserfest. Glasuren (aus Silikaten und Metalloxiden wie Kupfer oder Eisen) schmelzen und verbinden sich mit der Oberfläche. Chemische Reaktionen erzeugen Farbe, Transparenz und Glanz, die Form wird stabilisiert. Aus rohem Ton entsteht ein langlebiges, fertiges Stück.

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